FIFA
Donnerstag 18 Juni 2026, 18:00

Das Stadion singt im Einklang beim Spiel Haiti gegen Schottland – mit neuem Protokoll vor dem Spiel

Das neue Protokoll für die Zeremonien vor den Spielen der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ verkörpert den inklusiven Charakter des diesjährigen Turniers. Das „360-Grad“-Zeremonienkonzept ermöglicht es den Fans, sich als Teil des Geschehens zu fühlen, wobei Banner mit den Nationalflaggen und Elemente auf dem Spielfeld so ausgerichtet sind, dass sie ein einzigartiges, immersives Erlebnis schaffen.

Zu den Neuerungen gehört, dass die Startelf und die Einwechselspieler nun gemeinsam an der Zeremonie vor dem Spiel teilnehmen. Sie versammeln sich im Mittelkreis um ein Banner mit der Aufschrift „Fussball Unites the World“, während die Nationalhymnen erklingen. Dann sind die Zehntausenden Fans auf den Tribünen an der Reihe. In Foxborough erlebten vor dem 1:0-Sieg Schottlands gegen Haiti mehr als 60.000 Menschen im Boston Stadium diesen seltenen Moment der Verbundenheit.

Die „Tartan Army“ sang aus voller Kehle, als die schottische Hymne „Flower of Scotland“ erklang. 28 Jahre nach dem letzten Auftritt des schottischen Teams bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ war die emotionale Stimmung im Boston-Stadion förmlich greifbar. Unter den Zuschauern befand sich auch die Rocklegende Rod Stewart.

„‚Flower of Scotland‘ rührt mich immer sehr“, sagte er. „Leider konnte ich nicht mitsingen, da ich an einer Kehlkopfentzündung leide. Ich musste deswegen gestern sogar ein Konzert absagen. Aber absolut niemand hätte mich davon abhalten können, bei diesem Spiel dabei zu sein, schon gar nicht meine Söhne, die mich begleiten. Die Atmosphäre ist einfach grandios. Die FIFA, die USA, Mexiko und Kanada haben diese Weltmeisterschaft zu einem wunderbaren Ereignis gemacht. Es ist eine Show wie keine andere.“

Genau wie Stewart reiste auch der 43-jährige schottische Fan David mit seinem Sohn Murray nach Boston. „Das ist meine Feuertaufe; als Schottland das letzte Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei war, war ich erst 15“, sagte er. „Ich wollte diesen Moment nicht verpassen“, erklärte er zu seiner Entscheidung, die er erst zwei Wochen vor dem Anpfiff getroffen hatte. „Ich habe ‚Flower of Scotland‘ in meinem Leben schon oft gehört, aber das war wirklich etwas ganz Besonderes. Die untergehende Sonne, die Beleuchtung, all diese Fans, die wie aus einem Munde sangen … Es war einfach magisch.

„Ich glaube, das neue Protokoll vertieft dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit. Dass die Einwechselspieler in diese Zeremonie einbezogen werden, macht für mich wirklich Sinn: Jeder ist Teil dieses Ereignisses, und das gilt nicht nur für die Spieler, sondern auch für die Fans. Das ist der Zauber der Weltmeisterschaft: Menschen zusammenzubringen, ganz gleich, wer man ist und woher man kommt.“

Im zarten Alter von 12 Jahren hat Murray als Fan bereits große Momente erlebt. Im vergangenen Oktober hatte er sogar die Gelegenheit, während eines WM-Qualifikationsspiels gegen Belarus im Hampden Park gemeinsam mit Scott McTominay auf dem Platz zu stehen. Doch wenn man seinem Lächeln Glauben schenken darf, ist er noch glücklicher, in Boston zu sein: „Es ist einfach unglaublich, hier zu sein“, erklärte er. „Wie ich mich während des Spiels gefühlt habe? Ich war stolz und glücklich. Wie Papa sagt, haben wir das Gefühl, Teil der Geschichte zu sein. Und diese Darbietung von ‚Flower of Scotland‘ war so wunderschön und so laut.“

Murray & David Crines

Auch June aus Paisley berichtete von ihren Erlebnissen. Im Alter von 80 Jahren schenkten ihr ihre Kinder diese einmalige Reise. „Diese Weltmeisterschaft hat mich vollkommen überzeugt. Ich mag Fussball sehr gerne, aber das schottische Team mag ich noch viel lieber“, gab sie zu. „Und dass ich bei ihrer Rückkehr zur Weltmeisterschaft dabei sein darf, ist ein wahres Geschenk. Natürlich habe ich ‚Flower of Scotland‘ gesungen, was bei dieser Gelegenheit besonders passend klang. Ich finde, die gesamte Zeremonie vor dem Spiel war ein voller Erfolg. Man neigt ja dazu zu sagen: ‚Früher war alles besser‘, aber in diesem Fall traf das nicht zu!“

„Manchmal ist Veränderung etwas Gutes. Ich finde es fair, dass nun auch die Einwechselspieler in die Zeremonie einbezogen werden. Ein Team besteht nicht nur aus der Startelf“, fügte ihre Tochter Lynn hinzu, die sich ebenfalls sehr über ihre Reise nach Boston freut. „Wir haben hier eine fantastische Zeit. Die Atmosphäre am Samstag war unglaublich, aber das ist ebenso den haitianischen Fans zu verdanken wie den schottischen, denn sie waren einfach unglaublich. Für mich gibt es nur zwei Bereiche, die diese Fähigkeit besitzen, Menschen zusammenzubringen: Fussball und Musik.“

Lynn & June - FUTW / Scotland

Weder Stewart noch Simon, der 25 Jahre alt ist, begeisterter Anhänger des schottischen Teams und Dudelsackspieler, würden dem widersprechen. Der junge Mann war natürlich mit seinem treuen Instrument im Gepäck nach Boston gereist: „Es ist ein Instrument, das schwer zu beherrschen ist, aber ‚Flower of Scotland‘ ist kein schwieriges Stück“, erklärte er. „Ich spiele es auf jeden Fall lieber, als es zu singen – außer bei einem WM-Spiel.“

Simon - FUTW / Scotland

Im Mittelkreis versammeln sich die Startelf und die Einwechselspieler um dasselbe Transparent; auf den Tribünen singen Zehntausende Fans aus einem Munde. In Boston war die Botschaft dieser FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ bereits laut und deutlich zu hören, noch bevor der erste Ball überhaupt getreten worden war: "Football Unites the World".