Gelson Fernandes, stellvertretender FIFA-Direktor für Mitgliedsverbände, erklärte, dass Bildung eine Schlüsselrolle spiele
Bildung sei „die wichtigste Säule, die wir in diesem Kampf haben“, so Fernandes
Der 76. FIFA-Kongress bekräftigte sein Engagement im Kampf gegen Rassismus
Gelson Fernandes, stellvertretender FIFA-Direktor für Mitgliedsverbände, sprach vor einem Gremium des Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte, um zu erläutern, wie die FIFA gegen Rassismus vorgeht. Er betonte, dass Bildung der Schlüssel sei, um dieses Übel aus dem Fussball zu beseitigen.
Sein Auftritt bei der 12. Sitzung der Gruppe unabhängiger namhafter Experten zur Umsetzung der Erklärung und des Aktionsprogramms von Durban erfolgte, nachdem der 76. FIFA-Kongress am 30. April in Vancouver das Engagement der FIFA im Kampf gegen Rassismus bekräftigt hatte.
Gerd Dembowski, Leiter der FIFA-Abteilung für Menschenrechte und Diskriminierungsbekämpfung, erläuterte dem Gremium unter anderem die Massnahmen, die die FIFA seit dem Zusammenschluss der 211 FIFA-Mitgliedsverbände (MAs) zu einer gemeinsamen "Globalen Initiative gegen Rassismus" auf dem 74. FIFA-Kongress 2024 in Bangkok ergriffen hat. Darüber hinaus ging er auf Fragen der Diskriminierung und deren Schnittstellen zum Rassismus sowie auf die umfangreichen Arbeiten ein, die bereits zuvor durchgeführt worden waren.
Seitdem wurde das FIFA-Disziplinarreglement geändert, um den Spieloffiziellen die Befugnis zu geben, Spiele zu unterbrechen. Die „No Racism“-Geste kommt nun bei allen FIFA-Turnieren zum Einsatz, und mehr als 12.000 Personen sowie 570 Teams wurden durch den FIFA-Dienst zum Schutz vor Anfeindungen in den sozialen Medien geschützt.
Im Rahmen der laufenden „No Racism“-Kampagne wurden Bildungsressourcen bereitgestellt, und der Spielerausschuss gegen Diskriminierung, der alle sechs Konföderationen vertritt, hat eine Reihe wichtiger Aufgaben abgeschlossen. Zudem hat der FIFA-Rat bei seiner letzten Sitzung am 28. April 2026 eine Änderung der Spielregeln genehmigt: Spielern, die ihren Mund bedecken, um diskriminierendes Verhalten zu verbergen, kann ab der kommenden FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ in allen FIFA-Wettbewerben eine rote Karte gezeigt werden.
Fernandes, der auf den Kapverden geboren wurde und nach seinem Umzug in die Schweiz in seiner Kindheit bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ für die Schweiz spielte, sagte, die FIFA könne nicht alles alleine bewältigen. Keine andere Sportorganisation ergreift solche Massnahmen wie wir. Das ist auch unsere Verantwortung“, sagte er. „Wir tragen diese mit Stolz, aber wir brauchen Partner auf der ganzen Welt, in allen Institutionen.“
Er betonte, dass Bildung eine Schlüsselrolle spielen müsse. „Wir sind fest davon überzeugt, dass Bildung die wichtigste Säule in diesem Kampf ist. Es ist nicht so, dass wir Erwachsene nicht verändern können, aber es ist schwieriger. Wir werden mehr bewirken, indem wir junge Menschen durch unseren Wettbewerb, aber auch durch die Jugendarbeit der verschiedenen Länder, bilden“, sagte er. „Die Vision unseres Präsidenten ist klar. Es geht darum, Rassismus im Fussball zu beseitigen und die Gesellschaft dazu zu ermutigen, dies ebenfalls zu tun. Er engagiert sich sehr dafür und gibt uns seine Energie.“
Die Erklärung und das Aktionsprogramm von Durban wurden auf der Weltkonferenz gegen Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängende Intoleranz im Jahr 2001 in Durban verabschiedet. Um die Umsetzung der Bestimmungen der Erklärung zu überwachen, wurde eine Gruppe unabhängiger namhafter Experten mit Vertretern aus fünf Kontinenten eingerichtet.