Montag 22 Dezember 2025, 15:00

Spielerausschuss debattiert über wirkungsvollen Start seiner Gespräche, Bildungskampagnen und Massnahmen gegen Rassismus

  • Grosse Fortschritte im Rahmen der globalen Motion gegen Rassismus mit Regeländerungen, sichtbaren Massnahmen an Spieltagen sowie mehr Aufklärung im Fussball

  • Starke globale Präsenz des Spielerausschusses nach Sitzungen bei FIFA-Jugendturnieren in Chile, Marokko und Katar

  • Ehrenkapitän George Weah: „Unsere Arbeit hat erst begonnen“

Nach seiner Gründung im September 2025 hat der Spielerausschuss schnell konkrete Massnahmen ergriffen. Mit Fussballlegenden und erfahrenen Botschaftern bringt er die Perspektive der Spieler ein und leistet so einen Beitrag zur weltweiten Diskriminierungsbekämpfung im Fussball. Der Ausschuss, der mit insgesamt 16 Mitgliedern unter dem Dach der globalen Motion gegen Rassismus gegründet wurde und von Ehrenkapitän George Weah geleitet wird, hat bereits einige wichtige Projekte umgesetzt und damit sein Engagement für Bildung, Dialog und den kulturellen Wandel in der Fussballverwaltung unterstrichen.

Bei der FIFA-Ratssitzung am Donnerstag, 18. Dezember 2025, in Doha (Katar) informierte FIFA-Präsident Gianni Infantino über die bereits erreichten Meilensteine und ging auf die Bedeutung des Spielerausschusses ein. „Die Stimme der Spieler spielt für einen echten Wandel eine entscheidende Rolle“, sagte er. „Die Arbeit des Spielerausschusses, insbesondere bei FIFA-Turnieren, belegt die Bedeutung von Dialog, Aufklärung und Massnahmen – damit es nicht bei Worten bleibt –, während wir uns auf und neben dem Platz für Einheit und Gleichstellung einsetzen. Mithilfe der globalen Motion gegen Rassismus setzen wir gemeinsam weiterhin alles daran, den Fussball und die Gesellschaft von Rassismus zu befreien.“ Zur Unterstützung seines strategischen Dialogs trug der Spielerausschuss seine Botschaft bei vier FIFA-Jugendturnieren auch direkt auf das Spielfeld. Den Auftakt machte die FIFA Youth Series™, die vier Monate vor der Gründung des Ausschusses in Zürich durchgeführt wurde. Iván Córdoba sprach dort vor den Teilnehmenden über Rassismus. Bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft™ in Chile gab der ehemalige argentinische Nationalspieler Juan Pablo Sorín persönliche Einblicke und appellierte an das Bewusstsein der aufstrebenden Stars dieses Turniers. Ausserdem sprach er mit Journalisten, die am Young Reporters Programme der FIFA und der International Sports Press Association teilnahmen.

AIPS Young Reporters Interview Juan Pablo Sorin - FIFA U-20 World Cup Chile 2025

Bei der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft™ in Marokko und der FIFA U-17-Weltmeisterschaft™ in Katar führten Mitglieder des Ausschusses ebenfalls Schulungen durch und bekräftigten damit ihren Fokus auf die Jugendarbeit.

Die grösste Präsenzveranstaltung des Spielerausschusses fand letzten Monat in Rabat (Marokko) statt. Unter dem Vorsitz von George Weah diskutierten die Mitglieder im Beisein von Präsident Infantino und Generalsekretär Mattias Grafström zwei Tage lang über Strategien zur stärkeren Bekämpfung von Diskriminierung in allen sechs Konföderationen.

Thema waren u. a. der Stand bei den fünf Pfeilern der globalen Motion gegen Rassismus sowie Möglichkeiten zur Sensibilisierung der Jugend. Fachleute aus der Diskriminierungsbekämpfung sowie von Konföderationen und FIFA-Mitgliedsverbänden präsentierten dabei Beiträge.

Der Kampf gegen Diskriminierung ist nichts Abstraktes, sondern beginnt in Stadien, Umkleidekabinen und im täglichen Miteinander“, so George Weah. „Wir müssen den Fussball gemeinsam geniessen, Seite an Seite in die Stadien gehen, zusammen singen und dürfen Rassismus nirgends zulassen. Unsere Arbeit hat erst begonnen.“ Der Spielerausschuss arbeitet unter dem Dach der globalen FIFA-Motion gegen Rassismus, mit deren Hilfe der Weltfussballverband alle Formen von Rassismus im Fussball mit einer klaren Nulltoleranzpolitik bekämpft. Die Motion, die von den FIFA-Mitgliedsverbänden im Mai 2024 beim 74. FIFA-Kongress in Bangkok (Thailand) einstimmig verabschiedet wurde, basiert auf fünf Aktionspunkten mit durchsetzbaren Standards und konkreten Massnahmen für einen nachhaltigen kulturellen Wandel im Fussball.

Argentina v Morocco: Final - FIFA U-20 World Cup Chile 2025

2025 wurden in allen fünf Bereichen sichtbare Fortschritte erzielt. So hat die FIFA ihr Regelwerk verschärft. Das überarbeitete FIFA-Disziplinarreglement sieht demnach strengere Sanktionen gegen rassistisches Verhalten sowie mehr Kontrollen bei Hochrisikospielen vor. Auf dem Spielfeld kamen bei allen FIFA-Turnieren konsequent die Geste gegen Rassismus sowie das dreistufige Verfahren zur Anwendung. Dazu kamen ein effizientes Meldesystem für Fans sowie ein Pilotversuch mit der SecureStadiumScan-App.

Weitere Schwerpunkte waren die Zusammenarbeit mit dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) zwecks stärkerer Strafverfolgung sowie die Bildung, einschliesslich Informationsveranstaltungen bei Jugendturnieren, der gezielten Schulung von Spieloffiziellen sowie der Einführung eines digitalen Werkzeugkastens gegen Rassismus für FIFA-Mitgliedsverbände.

Im Rahmen der Bildung des Spielerausschusses hat die FIFA ihr Engagement zur Förderung von Respekt und Inklusion bekräftigt und einmal mehr deutlich gemacht, dass Hass und Diskriminierung im Fussball keinen Platz haben. Als Zeichen dafür wurde der FIFA-Dienst zum Schutz vor Anfeindungen in den sozialen Medien (SMPS) ausgebaut, der allen Spielern, Teams und Offiziellen bei FIFA-Turnieren sowie jederzeit auch den FIFA-Mitgliedsverbänden zur Verfügung steht.

Der SMPS schützt Personen vor Onlinebeleidigungen, insbesondere vor rassistischen, diskriminierenden oder einschüchternden Nachrichten während grosser Turniere. Der Dienst fängt zudem beleidigende, diskriminierende oder einschüchternde Posts an Follower von Kontoinhabern ab und verhindert so, dass solche Posts zur Normalität werden. Seit der Lancierung des SMPS 2022 wurden mehr als 65.000 beleidigende Posts an Social-Media-Plattformen zur Überprüfung und Entfernung gemeldet, mehr als 30.000 allein in diesem Jahr.