FIFA
Donnerstag 25 Juni 2026, 17:30

WM-Premiere von Mutter und Sohn dank Jenny und Tyler Bindon aus Neuseeland

  • Mit Jenny und Tyler Bindon erstmals Mutter und Sohn bei einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ bzw. FIFA Fussball-Weltmeisterschaft dabei

  • Tylers Kindheit geprägt von der Kultur und Freundschaft im neuseeländischen Frauennationalteam

  • Jenny 2007 und 2011 bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ dabei

Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ hat auf und neben dem Platz schon etliche Rekorde übertroffen.

Viele davon haben für Schlagzeilen gesorgt, wie Lionel Messis Treffer, mit denen er zum WM-Rekordtorschützen avanciert ist, die höchste Zuschauerzahl an einem WM-Spieltag oder Cristiano Ronaldos Eintrag in die Geschichtsbücher als erster Spieler, der bei sechs WM-Endrunden getroffen hat.

Etwas abseits des Rampenlichts haben Tyler und Jenny Bindon aus Neuseeland einen weiteren bemerkenswerten Rekord aufgestellt.

Familientraditionen sind bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ und der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ eigentlich nichts Neues, da einige der bekanntesten Namen im Fussball schon mehrfach in die WM-Annalen eingegangen sind.

So sind Söhne auf Väter gefolgt, wie Paolo Maldini und Kasper Schmeichel, die nach ihren Vätern Cesare und Peter ebenfalls für Italien bzw. Dänemark gespielt haben. Unvergessen sind auch die Charlton-Brüder Bobby und Jack, die 1966 mit England Weltmeister wurden.

IR Iran v New Zealand: Group G - FIFA World Cup 2026

Doch noch nie gab es ein Mutter-Sohn-Gespann, zumindest nicht bis zur Begegnung zwischen Neuseeland und der IR Iran im Los-Angeles-Stadion, die mit einem 2:2 endete. Als Tyler vor den Augen seiner Mutter Jenny auf der Tribüne in der 92. Minute für Marko Stamenić eingewechselt wurde, war es so weit. Erstmals wandelte ein Sohn auf den WM-Spuren seiner Mutter.

Es war der Höhepunkt einer Reise, die bereits bei Tylers Geburt begonnen hatte. Jenny war Neuseelands Stammtorhüterin bei den FIFA Frauen-Weltmeisterschaften™ 2007 in der VR China und 2011 in Deutschland sowie bei zahlreichen Olympischen Fussballturnieren – und Tyler war immer mit dabei.

New Zealand v England: Group B - FIFA Women's World Cup 2011 - 01-Jul, 2011

Und mehr noch, denn Tyler war fest in die Kultur der Spielerinnen integriert, die sich gerne um ihn kümmerten und ihm schon früh das Fussballspielen beibrachten.

„Schon mit drei Monaten war er bei jedem Training des Nationalteams dabei. Die Spielerinnen und viele andere Familienangehörige und Freunde haben mir bei der Betreuung geholfen und mich voll unterstützt, damit ich meinen Traum verwirklichen konnte“, sagte Jenny.

„Der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft im Nationalteam waren phänomenal. So viele Menschen haben mir mit Tyler geholfen. Er hat sein Handwerk im Frauenfussball gelernt, was fantastisch und schlicht grossartig ist. Und nun spielt er bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ und damit auf der grössten Fussballbühne der Welt.“

New Zealand v Egypt: Group G - FIFA World Cup 2026

Vor 19 Jahren standen dem Frauenfussball und den Nationalteams noch nicht solche Ressourcen zur Verfügung wie heute. Es war für Jenny daher alles andere als einfach, mit einem kleinen Kind ihren Traum zu verfolgen und an FIFA Frauen-Weltmeisterschaften™ teilzunehmen. Der Rekord ist für die Bindons daher etwas ganz Besonderes.

„Für unsere Familie ist das eine Riesensache. Wir haben das nicht geplant, aber es ist schon toll, Geschichte zu schreiben“, betonte Jenny. „Mit Tylors WM-Einsatz schliesst sich ein Kreis. Als Tylor mit zwei Jahren bei den Football Ferns spielte und kickte, ahnten wir, dass er es im Fussball weit bringen würde.“

Das Umfeld der Football Ferns hat seine Entwicklung sehr geprägt und seinen Ehrgeiz beflügelt.

New Zealand Portraits - FIFA World Cup 2026

„Meine Mutter war ein grosses Vorbild für mich. Ich war immer bei ihren Trainings dabei. Ich bin im Fussball aufgewachsen, wofür ich sehr dankbar bin“, so Tylor.

„Wenn man schon von klein auf von einem solchen Umfeld umgeben ist, kennt man fast nichts anderes. Ich hatte deshalb schon immer dieses Ziel vor Augen, und nun stehe ich in der Nationalmannschaft. Es ist schon sehr speziell, mit den Jungs hier zu sein. Es ist wirklich toll, sie auf der Tribüne zu sehen.

„Mir wurde alles erst richtig bewusst, als ich nach dem Spiel ihr Lächeln sah und realisierte, dass wir das gemeinsam geschafft haben. Dass wir die Ersten sind, ist wirklich grossartig und einzigartig.“

Nach dem Unentschieden gegen die IR Iran machte Tyler ein Selfie mit seinen Eltern (siehe hier), das im Internet und in den Medien für viel Aufmerksamkeit gesorgt hat.

Jenny and Tyler Bindon

„Dieses Bild veranschaulicht den familiären Zusammenhalt und die Leistung meiner Mutter. Sie hat so hart gekämpft, um zu spielen. Sie hat immer an mich geglaubt. Es war wirklich cool, diesen Moment mit ihr zu teilen“, fügte Tyler hinzu.

„Dieses Bild spricht Bände“, sagte Jenny. „Man ist dankbar für alles, was man hat. Wenn man den Moment geniesst, wird einem alles erst so richtig bewusst. Das löst viel aus. Es ist so viel möglich, wenn man dankbar ist. Tyler hat das im Frauenfussball gelernt.“

Jenny ist dem Fussball treu geblieben – als Assistenztrainerin des neuseeländischen Frauennationalteams, das sich bereits für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Brasilien 2027™ qualifiziert hat.