FIFA-Präsident Gianni Infantino zu Gast beim Finalrückspiel der ASEAN-Meisterschaft in Hanoi (Vietnam)
Vietnam nach einem dramatischen 2:2 gegen Thailand im My-Dinh-Nationalstadion und 4:2 nach Hin- und Rückspiel mit dem vierten regionalen Titel
Gianni Infantino: „Dafür steht die FIFA: den Fussball weiterzuentwickeln und ihn in jeden Winkel der Welt zu bringen“
Vietnams dramatischer Sieg vor heimischem Publikum im entscheidenden Finalspiel der 16. ASEAN-Meisterschaft – der ersten unter dem Namen „ASEAN Hyundai Cup“ – sei nicht nur eine Nacht zum Feiern für ein fussballbegeistertes Land, sondern auch ein eindrücklicher Beweis für die harte Arbeit des Verbands und der Regierung, wie FIFA-Präsident Gianni Infantino in der Hauptstadt Hanoi erklärte.
Infantino war am Mittwochabend im My-Dinh-Nationalstadion anwesend, als Vietnam gegen die Gäste aus Thailand zum zweiten Mal in Folge das prestigeträchtige Turnier für Männernationalteams des Fussballverbands der ASEAN (AFF) gewann.
„Herzlichen Glückwunsch an Vietnam zum Sieg bei der diesjährigen Ausgabe des ASEAN Hyundai Cup hier in Hanoi. Das Stadion ist voll. Die Stadt und ein ganzes Land stehen kopf – 100 Millionen Menschen feiern diesen Sieg“, sagte der FIFA-Präsident.
Nach einem 2:0-Sieg vier Tage zuvor in Bangkok (Thailand) ging Vietnam mit einem scheinbar komfortablen Vorsprung in das Rückspiel. Doch Thailand hielt dagegen und verkürzte dank einem Tor von Yotsakorn Burapha in der 12. Minute auf 1:2. Ein Eigentor Thailands stellte Vietnams Zwei-Tore-Vorsprung wieder her, ehe Wanchai Jarunongkran mit seinem Treffer in der 85. Minute den Rückstand der War Elephants erneut verkürzte und damit für eine spannende Schlussphase sorgte. Ein zweites Eigentor der Thailänder in der Nachspielzeit bescherte Vietnam schliesslich das 2:2 und den 4:2-Gesamtsieg.
„Gratulation auch an Thailand. Dieses Finale war grandios und sehr emotional“, sagte der FIFA-Präsident. „Vietnam hat zwar gewonnen, aber Thailand hat ein äusserst gutes Spiel gezeigt. Ich gratuliere dem vietnamesischen Fussballverband und seinem Präsidenten sowie meinem Freund, Dr Trần Quốc Tuấn. Herzlichen Glückwunsch auch an den ASEAN-Fussballverband und General Sameth Khiev. Sie alle haben grossartige Arbeit geleistet. Und Glückwunsch an dieses wunderschöne und fantastische Land Vietnam zum hochverdienten Gewinn dieses Pokals.“
„Genau darum geht es“, fuhr er fort. „Dafür steht die FIFA: den Fussball weiterzuentwickeln und ihn in jeden Winkel der Welt zu bringen.“
Während seines Aufenthalts im Land traf sich der FIFA-Präsident auch mit dem vietnamesischen Präsidenten Tô Lâm. „Wir haben über laufende Projekte und Möglichkeiten der Zusammenarbeit gesprochen, um allen Menschen in Vietnam, die einen Fussballtraum haben, die Chance zu geben, unseren Sport auszuüben, und gleichzeitig Wege zu schaffen, diese Träume zu verwirklichen“, so der FIFA-Präsident. „Ein großes Dankeschön an Präsident Tô Lâm für seine Zeit und seine Unterstützung für die FIFA und unsere gemeinsamen Fussballziele für sein Land.“
Südostasien ist eine Region, in der Fussball sehr beliebt ist und immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die alle zwei Jahre ausgetragene ASEAN-Meisterschaft, die dieses Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum feiert, ist längst zu einem der bedeutendsten Sportereignisse der Region geworden. Fast 39.000 Zuschauer verfolgten die Partie am Mittwoch. Die FIFA will diese Entwicklung weiter beschleunigen. Bei seiner zweiten Reise nach Vietnam wurde Infantino von FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström begleitet. Die beiden wurden am Mittwochmorgen am internationalen Flughafen Nội Bài vom Präsidenten des vietnamesischen Fussballverbands (VFF), Dr Trần Quốc Tuấn , sowie von weiteren Vertretern des VFF empfangen.
AFF-Präsident General Sameth Khiev und Nualphan Lamsam, Präsidentin des thailändischen Fussballverbands, stiessen später beim Spiel zur FIFA-Delegation.
Der AFF ist ein Regionalverband innerhalb der asiatischen Fussballkonföderation (AFC), der zwölf FIFA-Mitgliedsverbände in Südostasien umfasst, von Myanmar im Norden bis Australien im Süden (wobei Australien nicht an der ASEAN-Meisterschaft teilnimmt). Neben den beiden Finalisten Thailand und Vietnam gehören auch Brunei Darussalam, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Osttimor, die Philippinen und Singapur zur AFF.
Thailand ist mit sieben Titeln Rekordsieger der ASEAN-Meisterschaft, gefolgt von Vietnam und Singapur mit je vier sowie Malaysia mit einem Titel.
Der Aufstieg Vietnams ist bemerkenswert. Vor dem ersten Titelgewinn 2008 hatten die Golden Star Warriors erst einmal das Finale der ASEAN-Meisterschaft erreicht. Seither zeigt die Entwicklung steil nach oben: Vietnam gewann drei der letzten fünf Ausgaben und wurde 2022 zudem Zweiter. In der FIFA/Coca-Cola-Männerweltrangliste hat sich Vietnam in den vergangenen zehn Jahren um 40 Plätze auf Rang 99 verbessert. Auch Vietnams Frauennationalteam hat Historisches geschafft und sich 2023 erstmals für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ qualifiziert. Die U-17-Nationalmannschaft der Männer hat ebenfalls einen Meilenstein erreicht und wird im November in Katar erstmals an der FIFA U-17-Weltmeisterschaft™ teilnehmen.
„Der vietnamesische Fussball hat in den letzten Jahren unglaubliche Fortschritte erzielt, sei es im Nachwuchsbereich, bei den Frauen und Männern oder bei den Mädchen und Jungen. Teams haben sich für Nachwuchsturniere der AFC und der FIFA qualifiziert, und auch auf Stufe der A-Nationalteams gab es grosse Fortschritte“, erklärte Infantino.
„Heute haben wir zudem die Einrichtung einer FIFA-Talentakademie hier in Vietnam vereinbart“, sagte er weiter. „Die Zukunft Vietnams und ganz Südostasiens mit seinen 800 Millionen Menschen ist überaus vielversprechend. Leidenschaft und Talent sind beides vorhanden. Die FIFA, die AFC und der AFF werden noch mehr Spielmöglichkeiten und Ressourcen bereitstellen, damit sich die Talente in Vietnam und Südostasien weiter entwickeln können.“
Im Rahmen des FIFA-Forward-Programms, über das seit Infantinos Amtsantritt 2016 fast USD 5,1 Milliarden an nationale und regionale Verbände auf der ganzen Welt ausgeschüttet wurden, hat der VFF mehr als USD 5,2 Millionen für unterschiedliche Projekte eingesetzt, die die Fussballlandschaft des Landes nachhaltig verändern. Von umfangreichen Modernisierungen und Verbesserungen am vietnamesischen Jugendfussball-Ausbildungszentrum in Hanoi, dem wichtigsten VFF-Trainingszentrum für die Nationalteams, über die wichtige Unterstützung der Nationalteams bis hin zur Einführung von Video-Schiedsrichterassistenten (VAR) und weiteren Massnahmen hat die FIFA dazu beigetragen, dass der vietnamesische Fussball seinem enormen Potenzial immer näherkommt.
„Die unermüdliche Arbeit trägt Früchte. Herzlichen Glückwunsch. Ein fantastischer Tag voller Emotionen. Das macht den Fussball aus. Genau das lieben wir bei der FIFA, und deshalb sind wir hier“, sagte Infantino nach dem Finale.
„Wir werden den Fussball mit dem FIFA-Programm ‚Football for Schools‘ an alle Schulen in Vietnam bringen. Wir werden überall Fussballplätze bauen: FIFA-Arena-Minifelder, aber auch grosse Fussballplätze. Zudem werden wir eine FIFA-Talentakademie errichten, damit die besten Talente, die sich an den Schulen und in den Klubs des ganzen Landes entwickeln, bereits im Alter von acht oder neun Jahren in eine FIFA-Talentakademie aufgenommen und dort auf ihrem Weg zu Spitzenprofis begleitet werden können.
Wir wollen, dass Vietnam dereinst zu den grössten Fussballnationen der Welt gehört. Das Potenzial und das Talent sind vorhanden. Den Rest erledigen wir gemeinsam als Team.“
Am zweiten Tag seiner Reise übermittelte Infantino nach einem Besuch des Baugeländes des künftigen PVF-Stadions am südlichen Stadtrand von Hanoi sowie der nahegelegenen PVF-Akademie, einem Trainingszentrum für Nachwuchsspieler mit modernster Ausstattung, eine ähnliche Botschaft. Das Stadion wird Platz für 60.000 Zuschauer bieten.
„Unsere Aufgabe bei der FIFA – gemeinsam mit den Präsidenten aller Verbände in Asien und auf der ganzen Welt – ist es, Möglichkeiten zu schaffen, um sich zu messen”, sagte der FIFA-Präsident. „Denn was wir bei der FIFA wollen, ist, den Fussball wirklich global zu machen und die Kluft zwischen den ganz großen Fussballnationen und allen anderen zu verringern. Wir wollen Länder wie Vietnam auf die Weltbühne bringen. Und wir werden weiterhin in diese Richtung und mit diesem Ziel arbeiten, denn wir schöpfen Kraft und Stärke aus den 100 Millionen Vietnamesen, die daran glauben. Wenn man also die Leidenschaft, den Ehrgeiz, die Projekte, die Chancen und die Ressourcen zusammenbringt, ist die Zukunft für die Kinder, für die Vereine und für die Nationalmannschaften absolut spektakulär.“