Erstmals kommt bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ fortschrittliche halbautomatische Abseitstechnologie zum Einsatz
Football AI Pro ermöglicht allen 48 teilnehmenden Teams detaillierte Spielanalysen
Weitere Innovationen kommen Schiedsrichtern, Teams, Fans und Medienpartnern zugute
Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ führt bedeutende technologische Innovationen ein, die schnellere Abseitsentscheidungen und verbesserte Bilder der Schiedsrichter-Bodycams ermöglichen. Darüber hinaus demokratisiert sie die Fussballtechnologie weiter, indem allen 48 teilnehmenden Teams – unabhängig von Grösse oder Ressourcen – gleicher Zugang zu Spielanalysen und Leistungsdaten geboten wird.
Bei einem virtuellen Medien-Roundtable im International Broadcast Centre (IBC) in Dallas (USA) stellte FIFA-Innovationsdirektor Johannes Holzmüller die wichtigsten Neuerungen vor, die beim Turnier in Kanada, Mexiko und den USA vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 zum Einsatz kommen werden. Art Hu, Chief Information Officer bei Lenovo, dem offiziellen Technologiepartner der FIFA, erläuterte unterdessen, wie die Spitzentechnologie, die Innovationen und das Fachwissen seines Unternehmens zu diesen wegweisenden Entwicklungen beigetragen haben.
„Ich denke, das war wirklich die perfekte Partnerschaft zwischen der FIFA – die die Fussballsprache und das tiefgehende Fussballwissen darüber einbringt, woher der Sport kommt und wohin er sich entwickeln will – und Lenovo, das die Technologie beisteuert. Wir haben wirklich Hand in Hand zusammengearbeitet, um das Ganze zu optimieren“, erklärte Hu.
Die fortschrittliche halbautomatische Abseitstechnologie kommt erstmals bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ zum Einsatz. Sie ermöglicht schnellere Abseitsentscheidungen und reduziert das Verletzungsrisiko für Spieler in der Zeit zwischen dem Abseits und dem Heben der Fahne.
Anders als bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022™, wo die Informationen direkt an den Video-Assistenten (VAR) gesendet wurden, erhalten die Schiedsrichter auf dem Platz nun direkte Meldungen bei klaren Abseitsstellungen. „Das bedeutet, dass die Schiedsrichterassistenten bei einem klaren Abseits sofort die Fahne heben können – und so eine viel schnellere Entscheidung ermöglichen“, so Holzmüller.
Er betonte, dass das verbesserte System nur das positionelle Abseits erfasst und keine Spielbeeinflussung durch Spieler feststellt, die zwar im Abseits stehen, den Ball aber nicht berühren.
Um die Genauigkeit weiter zu erhöhen, wird jeder Spieler bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 in 3D gescannt. Die dabei entstandenen Bilder und digitalen Avatare werden in das System der halbautomatischen Abseitstechnologie integriert.
„Das ist hilfreich für die Schiedsrichter, am Ende aber auch spannend für die Fans, denn wir werden auch die 3D-Wiederholungen im TV verbessern. Dort sehen die Spieler wirklich aus wie im echten Leben, und es ist sofort klar, welche Spieler in Abseitsposition sind“, sagte er.
Eine weitere wegweisende Innovation ist Football AI Pro, ein KI-gestützter Wissensassistent, der allen 48 Teams vor und nach den Spielen dieselben fortschrittlichen Analysefunktionen bietet.
Holzmüller erklärte, dass die FIFA den Teams die Daten bislang in Form von Berichten zur Verfügung stellte, die pro Spiel 50 bis 60 Seiten umfassten. Während diese Berichte jedoch von Analysten ausgewertet werden mussten, ermöglicht Football AI Pro den Teams, die benötigten Informationen direkt und einfach zu extrahieren.
„Wir glauben, dass dies nicht nur den Prozess beschleunigt, sondern ihn auch demokratisiert. Denn wie man sich vorstellen kann, kann es sich wahrscheinlich nicht jedes teilnehmende Team leisten, ein riesiges Team von Spielanalysten mit zur (FIFA) Weltmeisterschaft zu bringen oder mit diesen Daten zu arbeiten. Daher sind wir überzeugt: Indem wir allen Teams den gleichen Zugang zu modernster Technologie [wie dieser] bieten, können wir deren Nutzung und die damit verbundenen Vorteile demokratisieren“, so Holzmüller.
Schiedsrichter-Bodycams wurden erstmals bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025™ eingesetzt – und die Testphase übertraf alle Erwartungen. Seitdem hat Lenovo eine Technologie entwickelt, die Bewegungsunschärfen reduziert. Das stabilisierte Bildmaterial bietet dem weltweiten Publikum nun eine hochwertigere Ich-Perspektive und verbessert so Transparenz, Spielverständnis und Zuschauererlebnis während des gesamten Spiels.
Holzmüller erklärte zudem, wie Schiedsrichter, Teams, medizinisches Personal und Fans von den 16 optischen Tracking-Kameras profitieren werden, die in jedem der 16 Stadien installiert sind und über 150 Millionen Tracking-Datenpunkte pro Spiel generieren.
Erstens ermöglicht die FIFA mithilfe dieser Daten, das gesamte Spiel in 3D zu rekonstruieren und diesen Feed dem VAR zur Verfügung zu stellen – besonders nützlich, um zu beurteilen, ob ein Spieler im Abseits aktiv ins Spiel eingreift. „Wenn ein Angreifer dem Torwart die Sicht versperrt, hat der VAR in dieser Situation Zugriff auf diesen Feed und kann überprüfen, ob dieser Spieler, der sich in einer potenziellen Abseitsposition befindet, dem Torhüter tatsächlich die Sicht auf den Ball genommen hat“, erklärte Holzmüller.
Zweitens können diese Daten den Unparteiischen auch dabei helfen zu klären, ob der Ball vor einem Tor die Seitenlinie überschritten hat. Medienpartner können die Daten zudem nutzen, um Highlights oder ganze Spiele in 3D darzustellen. Nicht zuletzt wird dieser Feed in FIFA AI Pro integriert und bildet dort die Grundlage für 3D-Rekonstruktionen.